Mittwoch, 12. September 2012

Altlasten

Ich habe mal wieder einen bewußten Blick in meine Küchenschubladen geworfen (jaaa, manchmal schaue ich da rein). Und nachdem ich durch das wöchentliche Plastiksammeln gerade sehr sensibel für Plastik im Speziellen und Müllvermeidung im Allgemeinen bin, war das ein echter Downer. Das ist wahrscheinlich objektiv betrachtet nicht mal übermäßig viel, was sich da so angesammelt hat, aber mein Gefühl bei dem Anblick war folgendes:
Ich habe Schubladen des Grauens in meiner Küche!


Und nun ist dieses Plastik da, grinst mich an, wenn ich die Schublade aufziehe und ich schäme mich angesichts dieser völlig unbedarften Kaufentscheidungen, die ich reihenweise getroffen habe. Und ich frage mich ernsthaft: Warum habe ich Gefrierbeutel nachgekauft, bevor die erste Rolle überhaupt aufgebraucht war? Wozu habe ich, um Himmels Willen, Plastikbesteck gebraucht? Warum habe ich jeweils zwei Rollen Frischhalte- und Alufolie und was hat mich getrieben, Alugrillschalen zu kaufen?!
So geht es in einem fort: Mülltüten in verschiedenen Größen und Farben und ein Vorrat gelber Säcke, dass ich damit locker eine Dekade lang Wertstoffe sammeln kann.
Von einigen Sachen, wie den Frischhaltefolien und der Alufolie weiß ich, dass ich sie vor über drei Jahren gekauft habe. Ich verbrauche also sehr wenig davon, und das ist schonmal gut. Nur leider bedeutet es auch, dass mich diese Sachen noch ewig begleiten werden, bis sie endlich leer sein werden. Besonders, da ich sie teilweise gar nicht mehr benutzen will. Also bleiben sie mir erhalten und jedesmal, wenn ich in diese Schubladen schaue, werden sie da sein. Meine Altlasten.

Am liebsten würde ich das ganze Zeug auf einmal rausschmeißen - und alle Aufbewahrungsdosen und Küchengeräte gleich hinterher, von den angebrochenen Kosmetika in Plastikflaschen mal ganz zu schweigen. Ich habe Berge an Plastikscheiß in meiner Wohnung, trotz sämtlicher bisher schon unternommener Bemühungen! Aus den Augen, aus dem Sinn wäre mir das Liebste.
Aber das ist weder sinnvoll, noch besonders ökologisch. Also bleibt mir der Kram erhalten, ich muss ihn wohl oder übel verbrauchen, bzw, warten, bis er den Geist aufgibt und so wird er mich noch lange Zeit daran erinnert, wie langlebig Plastik doch ist und welche Tragweite die unbedarften Entscheidungen im Laden haben. Gruselig is das!

Kommentare:

SwinginCat hat gesagt…

Ich teile Deine Meinung zwar nicht, aber ich bin ganz klar für: raus damit. Altlasten sind genau das - Lasten, die alt machen. Also zusammenpacken und Mutter, Nachbarin, Freundin schenken. Fertig, weg, tschüß.

Liebe Grüße einer heute-zum-secondhand-laden-geherin-um-Klamottenaltlasten-wegzuhaben :)

Nini hat gesagt…

Mir geht das gerade sehr ähnlich, weil ich ja meine Altlasten wegen des Umzugs aussortiere. Schrecklich, teilweise!
Bei noch "guten" Sachen, die keine Verbrauchsgegenstände sind, habe ich mich entschlossen, sie zu einem Soliladen um die Ecke zu bringen. Die freuen sich sehr über Spenden.
Reste von Kosmetika habe ich tatsächlich weggeschmissen, obwohl ich eigentlich deiner Meinung von oben bin, dass das nicht gerade ökologisch ist. Aber bei mir kam das Problem dazu, dass ich schon vor langem auf Naturkosmetik bzw. gar nicht viel Kosmetik umgestiegen bin und meiner Haut z.B. keine Erdölcremes mehr zumuten möchte. Das ekelt mich, wenn ich drüber nachdenke zu sehr. Zum Glück hatte ich da nicht zu viel angehäuft.
Hast du schon neue Ideen, wie man z.B. vegetarisches ohne Alufolie bzw. Alugrillschalen grillen kann? Das würde mich brennend interessieren.

Liebe Grüße

Janine

Zora hat gesagt…

Ja, irgendwie müssen die Sachen sinnvoll genutzt werden - Soliladen ist da eine gute Idee. Nur weil ich die Sachen nicht mehr nutzen will, heißt das ja wirklich nicht, dass sich sonst niemand drüber freuen würde.

Hmm - ich grille nicht so oft, aber mir fällt spontan ein, Gemüse auf Spieße zu stecken und dann zu grillen. Sonst grill ich immer auf einer Muurika, das ist eine Pfanne für ins Feuer. Und große Stücke kannst du ja auch auf den Rost schmeißen. Sonst fällt mir grad auch nix ein.