Freitag, 9. Mai 2014

Gemeinwohl-Ökonomie

Gerade hab ich das total beeindruckende Buch "Gemeinwohl Ökonomie" von Christian Felber verschlungen und bin völlig geflashed davon. Der Mann denkt die Welt und das Wirtschaftssystem einfach mal komplett um und lässt dabei nichts gelten, was in der Marktwirtschaft üblicherweise als Naturgesetz gilt. Denn die bisherige Marktwirtschaft geht nicht nur von falschen Annahmen über den Menschen aus, sondern hat die Welt auch noch in zahlreiche Krisen gestürzt, wie die Klimakrise, Finanzkrise und Verteilungskrise zeigen. Wirklich zufrieden ist mit dem System auch kaum noch einer und daher kam Christian Felber zu dem Schluß, dass wir eine andere Art des Wirtschaftens brauchen.
Buchvorstellung: Gemeinwohlökonomie
Seine Idee dafür ist unglaublich einfach und überzeugend: Er will die Mechanismen des Marktes nutzen, um Unternehmen zu bewegen, ökologisch und sozial verantwortungsvoll zu handeln. Belohnt werden soll, wer zum Wohl der Gemeinschaft wirtschaftet und nicht wie heute derjenige, der seinen Gewinn um jeden Preis steigert, egal ob er z.B. Tretmienen herstellt oder Arbeitsplätze abbaut.

Jedes Unternehmen soll dafür eine sogenannte Gemeinwohlbilanz erstellen, in der gemessen wird, wie sehr es die Werte Menschenwürde, Solidarität, Gerechtigkeit, Ökologie und Transparenz umsetzt. Wer sich daneben benimmt und eine schlechte Bilanz hat, muss mehr Steuern zahlen und teurere Kredite aufnehmen, wer hingegen eine gute Bilanz vorweisen kann, bekommt zahlreiche Vorteile.
Außerdem sollen Einkommen, Vermögen und Gewinn mit Obergrenzen belegen werden, die zwar ein Leben in Wohlstand ermöglichen, die abartigen Anhäufungen von Geld bei einigen wenigen aber unterbinden. Damit ist das Streben nach Gewinn als Selbstzweck überflüssig geworden, was wiederrum viele der heutigen Wirtschaftsmechanismen aushebeln würde.

Die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie ist in dem Buch wirklich sehr plausibel dargestellt und beim Lesen stellt sich die Frage, warum das eigentlich nicht schon längst umgesetzt wird. Und das ging scheinbar nicht nur mir so, denn die Idee verbreitet sich rasend schnell. Innerhalb kurzer Zeit beteiligen sich schon über 1500 Unternehmen an der Umsetzung der Gemeinwohl-Ökonomie, wie zum Beispiel die Sparda Bank München, und es gibt etliche Regionalgruppen, die weiter an der Verbreitung des Konzepts arbeiten. Gute Infos dazu gibt es auf der Homepage der Initiative.

Ich bin jedenfalls begeistert und werde mich definitiv weiter damit beschäftigen. Diese Lektüre kann ich wirklich zu 100 % empfehlen!

Kommentare:

Muschelmaus hat gesagt…

Ich durfte Herrn Felber vor einigen Jahren hier an der örtlichen VHS live erleben, das war wirklich auch sehr beeindruckend und hat bei mir auch zu einem Umdenken in vielerlei Hinsicht geführt.

LG von der Maus

Zora hat gesagt…

Oh, das ist toll! Ich habe mal einen Vortrag von ihm ganz knapp verpasst: Hab das Plakat einfach drei Tage zu spät gesehen - das war ärgerlich.
LG Zora

gruenezwerge hat gesagt…

Schön, dann weiß ich gleich, was ich als nächstes lesen werde, wenn ich mit meinem momentanen Lesestoff durch bin! wenn du es nicht behalten willst... ich. Wäre auch bei einem Buch Kreisel dabei oder gerne auch im Tausch:-)
Danke für deinen Tip.
Viele Grüße von der Zwergenmama

Zora hat gesagt…

Oh, das Buch gehört mir nicht. Seit ich einen Büchereiausweis hab, leihe ich mir die Bücher immer aus.
LG Zora

LENI von ohmarylane.com hat gesagt…

danke für den tipp, das hört sich super an :)

Zora hat gesagt…

sehr gerne! Die Idee dieses Buches verdient es wirklich, verbreitet zu werden.
LG Zora

RessourceC hat gesagt…

Danke für den Tipp! Werde ich gerne lesen. Ich habe kürzlich "Die Kultur der Reparatur" von Wolfgang Heckl gelesen - auch hier gab es sehr interessante Ansichten und Einblicke. Wenn Du magst, schau doch mal in meinem Blog vorbei, die zusammenfassenden Beiträge findest Du hier. www.wirfsnichtweg.wordpress.com
Viele Grüsse!

Zora hat gesagt…

Viel Spaß bei der Lektüre! Und solltest du da auch so eine tolle Blogserie drüber schreiben, dann mach ich gerne hier Werbung dafür!
LG Zora