Samstag, 29. Oktober 2011

Werteclash

Einkaufen ist gerade echt skurril: Ich habe meinen Fokus so sehr geändert, dass ich Plastik statt Lebensmittel sehe - egal ob im Bioladen oder Supermarkt: 90 % der Waren sind in Plastik verpackt, egal ob frisch oder Trockenwaren, fest oder flüssig, Food oder non-Food: Plastik, Plastik, Plastik.
Das plastikfreie Angebot ist ernsthaft eingeschränkt und zum Bauernmarkt schaff ich es zeitlich nicht. Da ist guter Rat teuer.


So langsam kristallisiert sich aber noch ein Problem heraus - ich weiß oft nicht, was ich kaufen soll: Bio-Vollkornnudeln in Plastikverpackung oder konventionelle helle Nudeln in Pappschachteln? Biosahne in diesen pappverstärkten dünnen Plastikbechern, oder konventionelle Sahne in einer Flasche, die ich vielleicht gar nicht ganz verbraucht bekomme?

Klar, es ist alles eine Frage der Mischung und des gesunden Mittelweges, aber gerade finde ich es anstrengend, mich bei jedem Einkauf neu fragen zu müssen, was mir wichtiger ist. Wenn ich weiß, ich kaufe Bio muss ich nicht mehr groß nachdenken, sondern kaufe nach klaren Kriterien ein. Jetzt habe ich aber die Situation, dass verschiedene Werte miteinander kollidieren. Bio-Milch im Tetra-Pak aus der Region, oder konventionelle Milch von irgendwoher aus der Flasche? Wie soll ich mich da entscheiden? Wenn ich bio, plastikfrei und regional gegeneinander abwägen soll, kriege ich ein echtes Problem. Und da ist fairtrade noch gar nicht berücksichtigt. Echt schwierig zu entscheiden, was mir da wichtiger ist.

Der Film, der mich übrigens auf das Plastikthema gelenkt und damit heiter in das oben beschriebene Dilemma gestürzt hat heißt Plastic Planet. Macht ganz schön nachdenklich und verändert ganz bestimmt den Blick beim Einkaufen. Nicht gerade die leichteste Kost, aber unbedingt sehenswert!

4 Kommentare:

Constanze hat gesagt…

Und das Dilemma in Bezug auf Nudeln nochmal zu verkomplizieren: Nudeln in Pappschachtelverpackungen haben zuletzt bei Warentest oder Ökotest sehr schlechte Bewertungen bekommen, weil wohl irgendwelche chemischen Bestandteile der Druckfarben von der Außenseite der Schachteln auf den Nudeln nachweisbar waren. Bei Plastikverpackungen trat das Problem nicht auf.

viele grüße!

Zora hat gesagt…

Na ganz toll...
Vielen Dank für die Info, das wusste ich noch nicht. Die Welt ist echt bekloppt.
LG Zora

FrauWaldmeisterin hat gesagt…

Hallo Zora,
den Film habe ich nun auch schon ein paar Mal gesehen und empfehle ihn gerne weiter.
Meinen Joghurt mit kleingeschnittenem Apfel nehme ich mir jetzt immer in einem Marmeladenglas mit zur Arbeit. Bisher ist noch nichts kaputtgegangen und es klappt sehr gut. Nur mein Joghurt... der kommt im Moment weiterhin aus dem 500g-Plastikbecher. Ein Joghurtbereiter, der ohne Strom funktioniert(!), hätte innen ebenfalls eine Schale aus Plastik.
Es gibt da also so einge Dilemma (-:

LG
Natascha

Zora hat gesagt…

Ja, dieses ewige abwägen, echt nervig. Mich strengt das gerade ziemlich an, aber noch hab ich den Ehrgeiz, möglichst nachhaltig zu konsumieren.

LG Zora