Dienstag, 16. Juni 2026

Kind und ökobewusstes Leben

Das Baby aus dem letzten Beitrag (Wo ist nur die Zeit hin?) ist mittlerweile schon ein richtig großes Kind. Das in einen Waldkindergarten geht und Fahrradfahren liebt. Ich finde es grandios! Da ein Kindergartenkind aber andere Ansprüche hat, als ein Säugling, will ich dir heute verraten, wie das Leben plastikreduziert und ökobewusst mit Kind gelingen kann.

1.) Second Hand  

Der Tipp bleibt wie bei der Babyausstattung bestehen und ist Geld- und Ressourcenschoner Nr. 1 in unserem Haushalt. Denn ein Waldkind braucht matschresistente Klamotten und die gehen nun mal nicht ohne Plastik. Der effizienteste Weg für die Neuanschaffung, den ich gefunden habe, ist im Internet Blogbeiträge von Waldkinder-Eltern zu suchen, in denen sie ihre Erfahrungen mit ihrer Ausrüstung besprechen: Schuhe, Rucksack, Matschhose,... Und dann auf www.vinted.de (not sponsored) genau diese Sachen für kleines Geld zu kaufen. Das vermeidet Fehlkäufe, spart Geld und schont die Ressourcen. Und wenn ich schon auf der Seite unterwegs bin, pack ich alles an Hosen, T-Shirts und Pullis ein, was wir für die Saison sonst noch so brauchen. 

 

2.) Essen unterwegs  

Das Kind hat natürlich eine Edelstahldose und Glastrinkflasche, um nicht jeden Tag Mikroplastik zu essen. Im Winter hat es einen Thermobehälter aus Edelstahl und eine Thermoskanne für warme Sachen. An Besteck gebe ich einfach Löffel/Gabel aus unserer Besteckschublade mit. Die Gasflasche hat einen Silikonschutz und seit das Kind in den Kindergarten geht, bin ich dieejenige, die eine Trinkflasche zerstört hat, nicht das Kind. Da kommen eine geringe Fallhöhe und weicher Waldboden gnädig zusammen. Einen Quetschi hat das Kind (nach meinem Wissen) bis heute nicht gehabt.

 

 3.) Spielzeug  

Wir kaufen nur super, super selten Spielzeug und nur, wenn es wirklich was Besonderes sein soll (wie zum Beispiel stapelbare Holzziffern zum Rechnenlernen). Wenn es geht, wieder gebraucht, wie zu Beispiel das Fahrrad. Das Kind ist tagsüber am liebsten draußen und in Wald und Garten braucht es kein Spielzeug, oder wir bauen uns gemeinsam was zusammen, so wie neulich ein Wasserrad mit Wasserbahn. Bei dem Prozess lernt das Kind viel mehr, als wenn wir im Laptop auf einen Bestellknopf drücken. Das Kind hat aber auch Spielzeug aus Plastik. Immer dann, wenn der pädagogische Nutzen richtig hoch ist, wie bei Magnetplatten oder Lego. Wo es geht, besorgen wir das natürlich immer gebraucht.  

 

4.) Tauschen / Ausleihen  

Wir tauschen oft Spielzeug mit anderen Familien. Dann wandert die Holzeisenbahn zu uns, dafür bleiben Matchbox-Autos dort. Nach ein paar Wochen geht dann alles wieder zurück. Das Kind hat "neue" und interessante Sachen, unser Zuhause müllt nicht zu und gratis ist das Vergnügen auch noch. Für Bücher bietet sich natürlich ein Bücherreiausweis an, ein Thema, dass ich jetzt bald mal angehen will. 

 

 4.) Süßes 

Ein anderers Thema, aber in den letzten Jahren bei mir sehr präsent und bei größer werdendem Kind immer präsenter: Zucker. Im ersten Jahr war das Kind komplett zuckerfrei. Das ist auf Dauer natürlich kaum durchzuhalten, weswegen das Kind auch zu besonderen Anlässen oder wenn wir zu Besuch sind Eis, Kuchen etc. essen darf und auch mit großer Freude tut. Mittlerweile bekommt es leider ungefragt klassische Süßigkeiten geschenkt (und das nicht gerade wenig) und fährt natürlich voll drauf ab. Deswegen ist Süßes auf eine Sache pro Tag reduziert, solange geschenkte Süßigkeiten da sind. Neulich beim Bäcker war ihm aber das selbst ausgesuchte Kuchenstück zu süß, was mir Hoffnung macht, adss die Geschmacksprägung funktioniert hat. 

Warum packe ich diesen Punkt in einen Beitrag zu ökobewusstem Leben? Weil ganz oft Zucker und Verpackungsmüll gekoppelt sind: Süße Getränke, Süßigkeiten, Schleckeis, etc. Das alles verursacht Müll. Nicht in rauen Mengen (wobei...), aber diese Sachen sind weder für unsere Körper, noch für unsere Welt gut. Ich kaufe sie also nicht, sondern biete Trockenfrüchte aus der Großpackung, selbstgemachtes Fruchteis, selbstgebackene zuckerfreie Kuchen und frisches Obst ohne Ende an. 

Habe ich noch andere Hobbies, als in der Küche zu stehen und für's Kind zu kochen? Auf jeden Fall. Aber wenn das Kind mitmacht, haben wir beide eine gute Beschäftigung mit viel Spaß, das Kind lernt was und am Ende können wir nach Lust und Laune naschen. Für mich eine gute Sache für Tage, die einfach nicht rumgehen wollen.

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