Mittwoch, 15. August 2018

Was sich gerade so tut

Ich habe in letzter Zeit oft über meine kleine Seite hier nachgedacht, weil ich dachte, es bräuchte sie nicht mehr: Mittlerweile gibt es in vielen Bioläden Papiertüten bei Obst und Gemüse, sogar normale Supermärkte verkaufen teilweise Gemüsenetze. München z.B. hat offiziell den to-go-Bechern den Kampf angesagt, der eigene Becher macht beim Bäcker kaum noch Probleme, weil sich das Bewusstsein gewandelt hat. Es gibt mittlerweile mehrere Bücher zum Thema "plastikfrei" und "Zero waste", die unverpackt-Läden schießen wie Pilze aus dem Boden, Edelstahltrinkflaschen sind keine Angelegenheit für Freaks mehr, im dm kriegt man Haarwaschseife.

Heute hatte ich sogar überlegt, foolfashion offline zu nehmen, da ich dachte, dass sich eh kein Mensch mehr für einen toten Blog interessiert. Also habe ich mich eingeloggt um zur Tat zu schreiten und hab dann mehr als gestaunt: Letzten Monat gab es ca. 14.000 Klicks hierher. Ich bin fast umgekippt!

Dann bin ich tiefer in die Statistik kramen gegangen und habe gesehen, dass mein beinahe vier Jahre alter Beitrag "10 simple Schritte zu weniger Plastik" insgesamt über 100.000 mal angeschaut wurde. Das haut mich um! Ehrlich! Dass sich so viele Menschen für dieses Thema interessieren, sich Tipps suchen und bei sich selbst mit der Veränderung anfangen, die sie sich für die Welt wünschen, das berührt mich sehr! Vielen Dank euch allen für dieses Engagement!!! Durch Menschen wie euch hat sich in der Gesellschaft was geändert - und erfreulicherweise mal in die richtige Richtung!

Also wird der Blog erst einmal bleiben. Als Nachschlagewerk und Fundgrube für alle, die sich mit Plastik und seiner Reduktion beschäftigen wollen. Vielleicht werde ich ihn etwas umbauen, alten Kram, der nicht zum Thema passt rausschmeißen, alles übersichtlicher machen, mal sehen. Das bräuchte Zeit, keine Ahnung, ob ich die erübrigen kann und will.

Denn bei mir gab es und gibt es unglaublich viel Leben zu leben. Ich habe momentan mehr Projekte am Laufen, als ich bewältigen kann, es gab große Veränderungen und weitere stehen an. Mein Leben ist grad ein wilder Ritt - ziemlich aufregend, aber auch sehr fordernd. Das Thema Plastik ist dadurch in den Hintergrund gerückt, ich bin sehr viel nachlässiger geworden und gleichzeitig gibt es Routinen, die unverbrüchlich etabliert und Teil meines Alltags sind. Und so gelingt eine dauerhafte Umstellung.

Ich bin weit vom Ideal entfernt, sehr weit, und trotzdem - wenn von den 100.000 Leuten jeder nur einen Tipp dauerhaft umgesetzt hat, ist das ein ganz schöner Effekt. Da muss ich von mir selber nicht erwarten, alles perfekt durchzuziehen und zur Plastikheiligen zu werden. Da bin ich lieber nur bei 40% und kriege die mit Freude und Leichtigkeit hin, als verkrampft auf Teufel komm raus die Plastikfreiheit anzustreben. Denn es muss alltagstauglich sein, wenn ich dauerhaft meinen Lebensstil ändern will, und in den Bereichen, wo es mir über die turbulenten Jahre gelungen ist, wird das auch so bleiben.

Also, ein Hoch auf die kleinen Umstellungen, die in Summe ganz viel bewegen! Ein Hoch auf die Plastikreduktion ohne Qualen, ohne Märtyrertum und mit viel Alltagstauglichkeit. Eine gute Brotdose spart unendliche Brottütchen (oder noch schlimmer: Alufolie) und kostet mich nach der Anschaffung keinen Gedanken mehr. So funktioniert's.

Also, machen wir weiter!

1 Kommentar:

Heidi hat gesagt…

habe deinen Blog jetzt erst entdeckt und freu mich daher, dass er bleibt... :-) muss ja erst noch gründlich stöbern