Sonntag, 8. Februar 2015

Es wird ernst!

Das neue Jahr ist schon ein paar Tage alt und damit geht mein Abenteuer in Sachen Bienenhaltung los. Das Ganze ist ziemlich spannend und ich muss ein bisschen fachsimpel:
Nun war ich schon bei zwei Anfängerkursen, habe eine gleichaltrige Neu-Imkerin bei mir im Ort kennengelernt, habe die Zusage eines Demeterimkers, ihm mal über die Schulter schauen zu dürfen und habe jetzt Zugang zu einem monatlichen Stammtisch. So langsam wird's also ernst.
Der Bienennachbar hat auch schon einen Standplatz für mich klar gemacht, der nur 100m von meiner Haustür entfernt ist. Der Mann ist wirklich ein Geschenk des Himmels und hilft mir, wo er kann. Das viele Lesen von Fachliteratur letztes Jahr hat sich schon total bezahlt gemacht - an den beiden Kurstagen konnte ich schon auf viel Wissen zurückgreifen und war überhaupt nicht erschlagen von der Informationsfülle. Ein gutes Gefühl!

Nun steht aber die Entscheidung an, welche Beute ich benutzen will. Es gibt nämlich ganz unterschiedliche Systeme, mit denen man imkern kann. Um das "richtige" System werden beinah Glaubenskriege geführt und es ist nicht leicht, als Anfängerin einen Standpunkt zu finden. Nun sprechen verschiedene Argumente für verschiedene Beuten und ich schwanke noch, merke aber, dass so langsam eine Entscheidung reift:
Ich will mich in das Imkern mit Dadant-Beute einlesen. Das ist eine sogenannte Großraumbeute, in der das Volk in einer großen Kiste platz hat und einen kleineren zusätzlichen Honigraum befüllt. Bei anderen Systemen muss sich das Volk auf zwei Kisten aufteilen. Für die Bienen ist das nicht so toll und es ist auch weiter weg von der Art, wie sie in freier Wildbahn bauen und leben würden.
Der zweite große Punkt, mit dem ich extrem liebäugel, ist der Verzicht auf Mittelwände. So, jetzt ist es raus.
Normalerweise wird in die Rähmchen eine Wachsmittelwand eingezogen, in die die Wabenstruktur schon vorgeprägt ist. An diese Vorgabe halten sich die Bienen dann. Für den Imker ist es so leichter den Überblick zu behalten, was wo gebaut wird. Im Naturwabenbau, ohne Mittelwand, entscheiden die Bienen selbst, wie groß und welche Zellen sie bauen.
Der Vorteil: Die Bienen können ihrem natürlichen Bautrieb nachkommen, sie entscheiden selber, was sie bauen, frische Waben helfen bestimmte Krankheiten vorzubeugen und es kann mehr Wachs geerntet werden.
Der Nachteil: Die Waben können abreißen oder brechen und die Bienen können wild bauen, also kreuz und quer und damit die Völkerpflege brutal erschweren. Auch die Übersichtlichkeit leidet, weil die Bienen überall Drohnenzellen bauen können, was mit Mittelwand nicht möglich ist.
Hachja, es ist echt knifflig! Aber auch echt spannend. Und ich muss jetzt wirklich bald eine Entscheidung treffen und das erste Material anschaffen.
Und sobald die Ausrüstung steht, geht es an die nächste Frage: Schwarm organisieren oder ein bzw. zwei gesunde Völker kaufen... Und dann das alles geklärt, organisiert und besorgt ist, hab ich bald tatsächlich meine eigenen Bienen - ich kann's immer noch nicht glauben, und fühl mich auch noch in keinster Weise bereit dazu!

Kommentare:

Ouliara hat gesagt…

Keine Ahnung, wovon du da redest. Klingt aber spannend! :D

Fjonka hat gesagt…

:-)
Das liest sich ja nach "genug Unterstützung von kundiger Hand vorhanden" - meiner Meinung nach fast wichtiger als jede Bienenbeute und jeder Kurs - damit hast Du schonmal die allerbesten Voraussetzungen, gratuliere!

Grimmskram hat gesagt…

Ich kann dir das Buch "Bienenkiste" vom pala-Verlag empfehlen. Danach möchte ich jetzt auch mit dem Imkern anfangen.
LG Jutta

Zora hat gesagt…

@Ouliara: *grins* das glaub ich gern. Ich kapier auch nur die Hälfte ;-)

@Fjonka: Der nachbar ist super - er imkert aber mit Zander und da weiß ich nicht, ob das ein "Störfaktor" in der Patenschaft ist, wenn wir unterschiedliche Ansätze verfolgen.
@Jutta: Von den Kisten hab ich auch schon gehört - ich denk, bei mir wird's Dadant.

amberlight hat gesagt…

Genial, dass du das machst. Ich werde jede Zeile.lesen und in ein paar Jahren folgen ...

Zora hat gesagt…

Ja wenn das so ist, kann ich ja hemmungslos fachsimpeln. Sehr schön - da freu ich mich!
LG Zora

frederike hat gesagt…

Ach, toll! Da stürzt Du Dich in neue Abenteuer. Das klingt so, als würdest Du Dich auf das große Abenteuer "Hof" vorbereiten :) Ich fiebre mit!
alles liebe,
frederike

Zora hat gesagt…

Genauso schaut's aus, Frederike! Ein bisschen Hofluft an den Stadtrand holen ;-)
LG Zora

frederike hat gesagt…

Find ich total prima :) Wo wirst Du denn deine Bienenzucht aufstellen können?

Zora hat gesagt…

Der Nachbar hat jemanden gefunden, der nah wohnt und der Platz auf seinem Grundstück hat. Dann kann ich die Bienchen immer mit dem Radl besuchen fahren, bin aber weit genug weg, dass ich sie nicht "totschauen" werde.
LG Zora