Freitag, 18. Januar 2013

Zahnputzdilemma - gelöst!

Irgendwann habe ich mal einen Artikel zur Unmöglichkeit, Plastik aus dem Leben zu verbannen gelesen: Denn morgens geht als erstes der Griff zu Zahnbürste und Zahnpasta - Ausstieg unmöglich.

So ein generelles "geht nicht!" reizt mich enorm.
Und schon letztes Jahr habe ich mich mit Zahnpasta beschäftigt und bin auf Zahnbürste mit Wechselkopf umgestiegen, um den Plastikverbrauch zu reduzieren. Ich wußte zwar zu diesem Zeitpunkt schon, dass es Zahnputzzweige gibt und Natron eine wirklich gutes Zahnputzmittel ist, aber das kam mir total spleenig vor. Also hab ich die Idee auf Eis gelegt. Aber in Ruhe gelassen hat mich das Zahnputzdilemma trotzdem nicht.

Jetzt endlich, habe ich eine Lösung gefunden, mit der ich plastikfrei Zähne putzen kann und will! Ich habe einige Monate gebraucht, die Theorie in die Praxis umzusetzen, da ich mich etwas an den Gedanken gewöhnen musste. Aber als ich sah, dass seit Jahren im zero waste home die Zähne auch so geputzt werden, und alle Bewohner des Hauses dieselben noch haben, hat mir das einige Zweifel genommen.

Neuster Zuwachs im Bad sind also meine wunderschönen Holzzahnbürsten mit Naturborsten! Zwei, damit sie abwechselnd benutzt werden können - so können sie zwischendrin trocknen und halten deutlich länger. Hab ich öfter als Empfehlung gelesen und das scheint mir auch sinnvoll bei Holz. Zum Entsorgen können sie einfach in den Kompost gegeben werden - cool, oder?
Da hat mir die plastikreduzierte Zahnpasta natürlich auch nicht mehr gereicht und ich wollte weiter gehen:

Die Lösung ist selbstgemachtes Zahnputzpulver.
Besteht aus Kaisers Natron und weißem Stevia-Pulver in einem Salzstreuer. Auf vier Esslöffel Natron kommt etwa ein Viertel Teelöffel Stevia: In den Salzstreuer mischen und auf die Zahnbürste streuen.
Schmeckt gewöhnungsbedürftig, aber das tut Weleda-Zahnpasta auch. Das Stevia ist eigentlich nur Deko für den Geschmack, und ich find, es braucht's eigentlich gar nicht. Insgesamt war es schon eine Umstellung in Haptik und Geschmack, aber jeden Morgen und Abend bin ich total happy, dass das Zahnputzdilemma keins mehr ist.

Zum Thema: "Ihhh - Naturborsten" noch soviel: Das war mein Hauptzweifel an der Sache und die erste Benutzung war, zugegebenermaßen, schon eine Überwindung. Aber ich hab mich im Vorfeld lang damit beschäftigt und kam zu dem Schluß, dass ich es weniger bedenklich finde, mehrmals ausgekochte Naturborsten in den Mund zu nehmen, als Plastik aus dem sich weiß-Gott-was-aus-dem-Chemielabor rauslöst. Sie schmecken auch nicht nach Vieh oder so und fühlen sich erstaunlich angenehm an. Und solange ich keine Vegetarierin oder gar Veganerin bin, hab ich mal so gar keinen Grund, mich zu zieren.

Insgesamt bin ich also extrem zufrieden (und auch etwas stolz) und denke, dass sich der Blick über den das-macht-man-aber-so-Tellerrand total gelohnt hat. Und meine neuen Zahnbürsten schauen so toll aus, das ist echt kein Vergleich zum üblichen Plaste-quietschbunt! Ein Gewinn für die Weltmeere und mein ästhetisches Bewußtsein.

Wie war das noch gleich: Ausstieg unmöglich?!
Hmmm...

Kommentare:

Jana hat gesagt…

Hallo,

erstmal muss ich sagen: ich bin totaaal neidisch auf die Holzzahnbürsten! Sehen sehr schick aus! Leider versuche ich weitestgehend vegan zu leben, sonst hätte ich diese Bürste schon längst bestellt. Zur Zeit bin ich an der "Environmental toothbrush" dran, aber die ist in allen mir bekannten Shops ausverkauft. Aber ich gebe noch nicht auf..
Ich war schon die ganze Zeit am Grübeln, ob ich das Natron-Rezept der Familie Johnson ausprobieren sollte. Natron soll ja nicht allzu gut für die Zähne sein. Nachdem ich letztes Jahr selbst Stevia zahlreich angebaut und getrocknet hatte und ich irgendwie sonst keine Verwendung dafür habe, werde ich jetzt auch mal den Versuch wagen. Falls meine Zähne ausfallen, gebe ich dir Bescheid ;-)

Viele Grüße
Jana

Nini hat gesagt…

Hey super, ich benutze die auch schon seit über einem Jahr (also gewechselt ;)) und finde sie ebenso prima, auch als sonst Veganerin, aber da geht mir das mit dem Plastik echt vor. Es könnten ja Alternativen mit Sisalbürsten hergestellt werden, gibts aber nicht. Wenn das irgendwann kommt, würd ich auf tierfrei umsteigen. Dein Zahnputzpulver würd ich auch mal testen. Ich ha ein selbstgemachtes aus Heilerde, Salz und Kräutern. Wer mag kann mit Teebaumöl verfeinern. Auch gewöhnungsbedürftig,vorallem braun auszuspucken, aber mich stört nich mehr. viel freude beim schrubben.

liebe grüße,

nini

Zora hat gesagt…

ja Jana, bitte sag bescheid, falls es bröckelt im Mund - dann steig ich sofort wieder auf die plastikhaltigste Zahnpasta um, die ich finden kann ;-)

Ach Nini, eigentlich hät ich's mir denken können, dass du die Bürsten schon längst benutzt! Hat dein Zahnarzt schonmal deswegen gemeckert?
Uäh, Heilerde klingt aber auch köstlich... Bei Heilerde und Salz hätte ich persönlich ja etwas bedenken um meinen Zahnschmelz. Rubbelt es den nicht auf Dauer runter?

Ebenfalls fröhliche Mundhygiene!

Nini hat gesagt…

Die Zahnbürsten müssten irgendwo bei meinen plastikfreien Zahnpastaversuchen mit aufs Bild berutscht sein, aber explizit drüber geschrieben hab ich glaube nicht.
Hm ja die Bedenken habe ich auch mit dem Zahnschmelz. Als ich das letzte mal beim Zahnarzt war, hat sie nichts gesagt, gehe aber am Montag wieder. Falls es Neuigkeiten gibt, sag ich Bescheid ;). Ich putze damit auch nur 1x am Tag und sie fühlen sich sehr glatt an, was für mich ein Indiz sein könnte, dass es etwas den Zahnschmelz angreift. Das andere mal putz ich nur mit Wasser und der Bürste. Reicht wohl auch, hab ich gehört. Würde aber der Abwechslung halber auch noch andere Mehoden ausprobieren wollen und dann vieleicht täglich im Wechsel mit zwei- drei verschiedenen Zahnpasten putzen. Di Inhaltsstoffe von Zahnpasten sind aber auch nicht die dollsten, vorallem wenn vielleicht noch Fluor zugesetzt wird. Da geht es mir nicht nur um plastikfrei. Außerdem hatte ich schon lebenslang eine Abneigung gegen alles Pfefferminzöl in Zahnpasten (komischerweise nur da). Das waren also gute Alternativen für mich.
Also halten wir uns weiter auf dem Laufenden.

Liebe Grüße,

Nini