Sonntag, 29. Januar 2017

We are family

Ich bin - wahrscheinlich wieder als letzter Elch im Wald - über ein Video gestolpert, dass ich sehr berührend fand. Und unglaublich wichtig in dieser Zeit, wo jeder so tut, als wäre sein Land oder sein Volk das Nonplusultra und alle anderen wären irgendwie falsch.



Ich hab' keine Ahnung, wie genau so eine Analyse sein kann, wie sie im Video gemacht wird. Aber ich weiß, dass ich selber aus einer Grenzregion stamme, in der es mehr Dreiländer-Ecks als Tankstellen gibt. Wo viele Nationen nah beieinander wohnen, sich heute als Nachbarn verstehen und die eigenen nationalen Feiertage nutzen, um nebenan einkaufen zu gehen. Die in dem einen Land leben und in dem anderen arbeiten. Dort Freunde haben, Beziehungen eingehen und Familien gründen.

Früher hat so ziemlich jeder meine Stadt besetzt, der vorbeikam: Die Römer, die Franzosen, die Preußen... Alles ein kunterbuntes Durcheinander der Nationen und Kulturen. Und selbst wenn ich es nicht weiß, gehe ich zwingend davon aus, dass in so einer Gegend irgendwann mal in meiner Ahnenreihe ein Julius was mit einer Chada  hatte. Und wahrscheinlich noch ein John was mit einer Kunigunde. Und ein Pierre mit einer Lieselotte.

Ich mein, die Idee der Nationalstaaten is noch nicht so alt. Wie kann also irgendein Mensch davon ausgehen, dass er "Deutscher", "Amerikaner" oder "Russe" sei? Geht man mal ein bisschen weiter zurück, als zu den eigenen Großeltern oder vielleicht noch Ur-Großeltern, dann merkt man ganz schnell, dass das ein ziemlicher Quatsch ist. Wir sind alle alles. Von dem einen ein bisschen mehr und von dem anderen ein bisschen weniger. Aber wenn wir nur weit genug gucken würden und unsere Familiengeschichte wirklich auseinanderfisseln würden, dann hätten wir mehr Familie in mehr Ländern, als wir uns wahrscheinlich vorstellen können.

Und es gibt eine ziemlich universelle Regel für das menschliche Zusammenleben:
Familien halten zusammen!

Vielleicht sollten wir uns einfach nochmal da dran erinnern!

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